Urteile Prozessrecht

OSCAR

Veröffentlicht am 09.05.2012

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Urteil des BGH vom 08.03.2012, Az.: I ZR 75/10

a) Im Verhältnis zum Verwechslungsschutz stellt die Geltendmachung einer identischen Verletzung der Marke im Sinne von § 14 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG denselben Streitgegenstand dar. Werden aus einem Schutzrecht sowohl Ansprüche wegen Verwechslungsschutz nach § 14 Abs. 2 Nr. 2 als auch wegen Bekanntheitsschutz nach § 14 Abs. 2 Nr. 3 MarkenG geltend gemacht, handelt es sich ebenfalls um einen einheitlichen Streitgegenstand (Fortführung von BGH, Beschluss vom 24. März 2011 I ZR 108/09, BGHZ 189, 56 Rn. 3 TÜV I; Urteil vom 17. August 2011 I ZR 108/09, GRUR 2011, 1043 Rn. 27 TÜV II).

b) Ob eine zeichenrechtlich relevante Verletzungshandlung im Inland vorliegt, hängt davon ab, ob das Angebot einen hinreichenden wirtschaftlich relevanten Inlandsbezug ("commercial effect") aufweist. Dabei ist eine Gesamtabwägung vorzunehmen, bei der auf der einen Seite zu berücksichtigen ist, wie groß die...

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, gewerblicher Rechtsschutz, Markenrecht, Deutsche Marke, Verwechslungsgefahr, Prozessrecht

Internationale Zuständigkeit

Veröffentlicht am 09.05.2012

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Urteil des BGH vom 08.05.2012, Az.: VI ZR 217/08

Die deutschen Gerichte sind international zuständig, wenn Persönlichkeitsrechte durch Internetveröffentlichungen aus dem Ausland verletzt werden. Insoweit sich der  Mittelpunkt der Interessen des Klägers in Deutschland befindet, liegt der Erfolgsort ebenfalls in Deutschland, weshalb die Frage nach deutschem Recht zu beurteilen ist.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, Internetrecht, Persönlichkeitsrecht, Presserecht, Medienrecht, Prozessrecht

Eine unverbindliche Bitte

Veröffentlicht am 07.05.2012

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Urteil des LG Hamburg vom 06.01.2011, Az.: 327 O 779/10

Die Klausel "Wir bitten Sie, die Ware in ihrer Originalverpackung an uns zurückzusenden." ist keine unzulässige Verkürzung des Widerrufsrecht. Der angesprochene durchschnittlich verständige und situationsangemessen aufmerksame Durchschnittsverbraucher versteht die Klausel als „Bitte“ und nicht als verbindliche Bedingung für die Ausübung des Widerrufsrecht.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, gewerblicher Rechtsschutz, Abmahnung, Wettbewerbsrecht, Abmahnung Rechtsmissbrauch, Prozessrecht, Internetrecht, Fernabsatzrecht, Informationspflichten, Widerrufsrecht, AGB-Recht

Uhren-Lieferzeiten

Veröffentlicht am 17.04.2012

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Urteil des OLG München vom 08.03.2012, Az: 29 U 3837/11

1. Die Darlegungs- und Beweislast für die Voraussetzungen der Annahme einer Irreführung liegt im Wettbewerbsprozess grundsätzlich beim Kläger.

2. Dem Beklagten kann eine prozessuale Erklärungspflicht treffen; das setzt allerdings voraus, dass der Kläger über bloße Verdachtsmomente hinaus die für die Irreführung sprechenden Tatsachen vorgetragen hat.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, Abmahnung, Internetrecht, Kaufrecht, kanzlei.biz intern, Prozessrecht, Werberecht, Abmahnkosten, gewerblicher Rechtsschutz, Wettbewerbsrecht

Kein fliegender Gerichtsstand bei Filesharing

Veröffentlicht am 02.04.2012

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Urteil des AG Frankfurt/Main vom 13.02.2012, Az.: 31 C 2528/11 (17)

Das Institut des "fliegenden Gerichtsstands" gilt in Fällen von Urheberrechtsverletzungen durch sogenanntes Filesharing nicht. Die technischen Besonderheiten rechtfertigen es nicht, die beklagte Partei den Nachteilen einer unbeschränkten Gerichtswahl auszusetzen.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, Filesharing, Internetrecht, Prozessrecht, Medienrecht, Urheberrecht

Pflichtangaben auf Werbeprospekten

Veröffentlicht am 26.03.2012

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Beschluss des OLG Hamm vom 13.10.2011, Az.: I-4 W 84/11

Werbeprospekte, in denen Angaben zur Identität, Rechtsform und Anschrift des Unternehmens fehlen, stellen eine irreführende Werbung dar. Ein Verweis auf die Internetseite des Unternehmens, welches dem Verbraucher ermöglicht, Kontakt mit diesem aufzunehmen, genügt nicht. Wenn der Verbraucher erst Internetseiten abrufen muss oder sich zum Geschäftslokal begeben muss, um die erforderlichen Informationen zu erhalten, wird dem Verbraucherschutz nicht hinreichend Genüge getan.

Kategorie: Entscheidungen, Abmahnung, Urteile, gewerblicher Rechtsschutz, Prozessrecht, Verbraucherrecht, Wettbewerbsrecht, Werberecht

Geburtstagsrabatt

Veröffentlicht am 22.03.2012

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Urteil des OLG Hamm vom 24.01.2012, Az.: I-4 U 129/11

1. Es ist nicht rechtsmissbräuchlich, wenn der Kläger einen Gerichtsstand nach den Erfolgsaussichten auswählt.

2. Es stellt keine irreführende Alterswerbung dar, wenn zum 5-jährigen Geburtstag eines Unternehmens mit einem Geburtstagsrabatt geworben wird, der gegenwärtige Unternehmensinhaber das Unternehmen aber nicht seit 5 Jahren betreibt. Die Behauptung ist wahr, da es nicht auf die Identität des Unternehmensträgers, sondern auf die Kontinuität des Unternehmens ankommt.

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Überregionale Klagebefugnis

Veröffentlicht am 21.03.2012

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Urteil des BGH vom 22.09.2011, Az.: I ZR 229/10

a) Der Umstand, dass das Prozessgericht bei begründeten Zweifeln am (Fort)Bestehen der Eintragungsvoraussetzungen gemäß § 8 Abs. 3 Nr. 3 UWG, § 4 Abs. 4 UKlaG lediglich das Verfahren aussetzen kann, lässt die Notwendigkeit der Prüfung unberührt, ob die Prozessführung im konkreten Einzelfall vom Satzungszweck des klagenden Verbandes umfasst ist.

b) Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist nicht daran gehindert, auch Wettbewerbsverstöße außerhalb Nordrhein-Westfalens zu verfolgen.

Kategorie: Urteile, Entscheidungen, Prozessrecht, Verbraucherrecht, Wettbewerbsrecht, Preisangaben, gewerblicher Rechtsschutz

Zur Beweispflicht beim Handeln mit (angeblichen) Fälschungen

Veröffentlicht am 19.03.2012

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Pressemitteilung des BGH vom 15.03.2012, Az.: I ZR 52/10

Die Beweislast dafür, dass es sich bei einem angebotenen Produkt um Originalmarkenware handelt, trägt grundsätzlich der Händler, wobei der Markeninhaber Umstände vortragen muss, die für eine Fälschung sprechen. Weiterhin trifft den Händler die Beweislast dafür, dass die Waren vom Markeninhaber selbst oder mit dessen Zustimmung im Europäischen Wirtschaftsraum in Verkehr gebracht wurden.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, gewerblicher Rechtsschutz, Kaufrecht, Markenrecht, Produktpiraterie, Prozessrecht

Glücksspielverband

Veröffentlicht am 12.03.2012

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Urteil des BGH vom 17.08.2011, Az.: I ZR 148/10

a) Legt ein Verband eine die Kosten des Streitfalls vielfach übersteigende liquide Finanzausstattung dar und ist nicht bekannt geworden, dass er in der Vergangenheit Zahlungspflichten für Prozesskosten nicht nachgekommen ist, so kann eine unzureichende finanzielle Ausstattung des Verbandes grundsätzlich nur angenommen werden, wenn das bei zurückhaltender Betrachtung realistische Kostenrisiko des Verbands seine dafür verfügbaren Mittel spürbar übersteigt.

b) Ob das dauerhaft selektive Vorgehen eines Verbandes ausschließlich gegen Nichtmitglieder als rechtsmissbräuchlich anzusehen ist, beurteilt sich nach den Gesamtumständen des Einzelfalls.

c) Rechtsmissbräuchlich ist es insbesondere, wenn der Verband mit einem selektiven Vorgehen ausschließlich gegen Nichtmitglieder bezweckt, neue Mitglieder zu werben, denen er nach einem Beitritt Schutz vor Verfolgung verspricht.

d) Ein Rechtsmissbrauch ist zu...

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Unlautere Werbung für Hautverjüngung

Veröffentlicht am 02.03.2012

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Urteil des OLG Karlsruhe vom 23.11.2011, Az.: 6 U 93/11

Um die hautverjüngender Wirkung eines Ultraschallgerätes zu bestreiten, reicht es aus es darzulegen, dass eine solche Wirkung allgemein in der Wissenschaft bezweifelt wird und keine fundierte wissenschaftliche Grundlage besteht. Dafür können bereits Lehrbücher oder Aussagen eines Sachverständigen ausreichen.

Kategorie: Urteile, Verbraucherrecht, Werberecht, Wettbewerbsrecht, Entscheidungen, gewerblicher Rechtsschutz, Prozessrecht

Simca

Veröffentlicht am 29.02.2012

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Beschluss des BGH vom 27.10.2011, Az.: I ZB 23/11

Das rechtliche Gehör des Antragstellers eines Löschungsverfahrens nach § 8 Abs. 2 Nr. 10, § 50 Abs. 1 MarkenG ist nicht schon dann verletzt, wenn das Bundespatentgericht nicht ausdrücklich auf sämtliche Indizien eingeht, die für eine Markenanmeldung zu Spekulationszwecken geltend gemacht worden sind.

Kategorie: Entscheidungen, Markenrecht, Markenlöschung, Markenanmeldung, Prozessrecht, Urteile, gewerblicher Rechtsschutz, Deutsche Marke

Website-Ausrichtung und Verbrauchersache - jetzt muss der EuGH entscheiden

Veröffentlicht am 22.02.2012

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Beschluss des BGH vom 01.02.2012, Az.: XII ZR 10/10

Dem Gerichtshof der Europäischen Union werden folgende Fragen zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts gemäß Art. 267 AEUV zur Vorabentscheidung vorgelegt: Liegt eine Verbrauchersache i.S.v. Art. 15 Abs. 1 lit. c EuGVVO vor, wenn ein Gewerbetreibender durch die Gestaltung seiner Website seine Tätigkeit auf einen anderen Mitgliedstaat ausgerichtet hat und sich ein Verbraucher mit Wohnsitz im Hoheitsgebiet dieses Mitgliedstaats aufgrund der Informationen auf der Website des Gewerbetreibenden zu dessen Geschäftssitz begibt und die Vertragsparteien dort den Vertrag unterzeichnen oder setzt Art. 15 Abs. 1 lit. c EuGVVO in diesem Fall einen Vertragsschluss mit Mitteln des Fernabsatzes voraus?

Kategorie: Entscheidungen, Internetrecht, Fernabsatzrecht, Verbraucherrecht, Urteile, Prozessrecht

Facebook-Nutzerkonto bei Ermittlung wegen Straftat beschlagnahmt

Veröffentlicht am 22.02.2012

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Beschluss des AG Reutlingen vom 31.10.2011, Az.: 5 Ds 43 Js 18155/10 jug.

Im Rahmen von Ermittlungen zu einer Straftat kann der Facebook-Account eines der Mithilfe Beschuldigten beschlagnahmt werden, um die Kommunikation zwischen ihm und dem Haupttäter aufzudecken.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, Social Networks, Internetrecht, Facebook, Internetstrafrecht, Prozessrecht

Ist Zensus 2011 verfassungskonform?

Veröffentlicht am 21.02.2012

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Urteil des VG Neustadt/Weinstraße vom 21.11.2011, Az.: 4 K 817/11.NW

Die Fragen der Volkszählung "Zensus 2011" sind verfassungskonform.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, Gesetze, Auskunft, Prozessrecht

Titelschutz Journal: "Kein „fliegender Gerichtsstand“ bei Urheberrechtsverletzungen"

Veröffentlicht am 08.02.2012

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Meldung vom 07.02.2012 über das Urteil des AG Frankfurt/Main zum Thema "Kein „fliegender Gerichtsstand“ bei Urheberrechtsverletzungen", Az.: 30 C 1849/11 - 25.

Kategorie: Internetrecht, Prozessrecht, Urheberrecht, Abmahnung Verletzer, Fotorecht, Presserecht, Persönlichkeitsrecht, kanzlei.biz intern

Schokoladenstäbchen

Veröffentlicht am 19.01.2012

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Beschluss des BGH vom 30.11.2011, Az.: I ZB 56/11

a) Das Informationsfreiheitsgesetz findet auf die Akteneinsicht Dritter in Verfahren in Markenangelegenheiten keine Anwendung.

b) Für die Akteneinsicht in die Verfahrensakten über einen Antrag auf Schutzentziehung einer IRMarke braucht ein berechtigtes Interesse nicht glaubhaft gemacht zu werden.

Kategorie: Urteile, Entscheidungen, gewerblicher Rechtsschutz, Markenrecht, IR-Marke, Prozessrecht

Rechtliches Gehör für "Medicus.log"

Veröffentlicht am 05.01.2012

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Beschluss des BGH vom 07.07.2011, Az.: I ZB 68/10

Das Recht auf rechtliches Gehör ist nicht verletzt, wenn das Gericht einen wesentlichen Kern des Vortrags eines Beteiligten zu einer entscheidungserheblichen Frage zur Kenntnis genommen und in Erwägung gezogen hat. Irrelevant ist allerdings, dass das Gericht der Ansicht einer Partei nicht gefolgt ist.

Kategorie: Entscheidungen, Urteile, Markenrecht, Prozessrecht, Verwechslungsgefahr, Deutsche Marke

Anpassung des Basiszinssatzes zum 1. Januar 2012 auf 0,12 %

Veröffentlicht am 03.01.2012

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Pressenotiz der Deutschen Bundesbank vom 27.12.2011

Der neue Basiszinssatz ab dem 01.01.2012 beträgt lediglich 0,12 Prozent. Bis zum 31.12.2011 lag er noch bei 0,37 Prozent. Damit sinkt er zum wiederholten Male auf den tiefsten Stand seit Beginn der Festsetzung eines Basiszinssatzes (vor dem Jahre 1999 Diskontzinssatz) im Jahre 1948. Als neue Verzugszinsen gegenüber Verbrauchern können somit nun 5,12 Prozent geltend gemacht werden, gegenüber Unternehmern 8,12 Prozent.

Kategorie: Prozessrecht, Prozessrecht/Kosten, Verbraucherrecht, Wirtschaft + Arbeit & Steuern, kanzlei.biz intern

Kein „fliegender Gerichtsstand“ bei Urheberrechtsverletzungen

Veröffentlicht am 30.12.2011

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Urteil des AG Frankfurt/Main vom 01.12.2011, Az.: 30 C 1849/11 - 25

Es besteht keine Zuständigkeit unter dem Gesichtspunkt des so genannten „fliegenden Gerichtsstands“ bei im Internet begangenen Rechtsverstößen. Vielmehr ist der Gerichtsstand dort gegeben, wo sich der behauptete Rechtsverstoß in dem konkreten Verhältnis der Prozessparteien tatsächlich ausgewirkt hat.

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