Abzocke mit Rückrufen: Jetzt sind 0137-Nummern dran

26. Januar 2003
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Die Masche ist alt, die Nummer neu: Keine vier Monate nach der Einführung der neuen Servicenummer 0137 hat ein bislang unbekannter Täter erkannt, wie er damit großflächig Menschen betrügen kann - mit dem so genannten Rückruf-Trick. Wie viele Handybenutzer bereits betroffen sind, ist nur schwer abzuschätzen. Dialerschutz.de wird Strafanzeige erstatten.

Die Masche ist alt, die Nummer neu: Keine vier Monate nach der Einführung der neuen Servicenummer 0137 hat ein bislang unbekannter Täter erkannt, wie er damit großflächig Menschen betrügen kann – mit dem so genannten Rückruf-Trick. Wie viele Handybenutzer bereits betroffen sind, ist nur schwer abzuschätzen. Dialerschutz.de wird Strafanzeige erstatten.

Der oder die Täter setzen wie so oft auf die Arglosigkeit ihrer Opfer. Schon seit einer Woche häufen sich bei Dialerschutz.de und anderen Fachmedien die Hinweise von Handy-Besitzern, die auf ihre Telefone einen kurzen Anruf erhalten. Bereits nach einmaligem Klingeln wird aufgelegt. Sichtbar auf dem Display bleibt nur die vermeintliche Nummer des Anrufers. In einem Fall, der Dialerschutz.de vorliegt, handelte es sich um die Nummer +49 1377 371 33 089. In einem weiteren Fall über den Teltarif.de vor kurzem berichtete, war es die +49 1377 371 34 978. Gestern nun klingelte auch bei uns das Handy. Hier war es um 11.43 Uhr die Nummer +49 1377 007 08 576. Wer nun nichts Böses ahnend auf die Rückruftaste geht, hört zwar nur ein kurzes Rauschen, füllt aber die Kasse des Abzockers. Bei o2-Kunden kostet dieser Anruf nämlich 46 Cent pro Verbindung zuzüglich 49 Cent pro Minute (Hauptzeit). Bei D2 Vodafone-Kunden werden 1,12 Euro pro Anruf abgerechnet, bei T-Mobile-Kunden 81 Cent zuzüglich 29 Cent pro Minute. E-Plus-Kunden berappen 50 Cent pro Minute.

Geht man davon aus, dass der Abzocker in den vergangenen Tagen über einen Computer Tausende oder gar Zehntausende Handybenutzer angerufen hat (worauf die vielen Meldungen hindeuten), dürfte er jetzt ein reicher Mann sein. Im Einzelfall könnte der Täter sich vielleicht noch auf ein Versehen hinausreden, bei der Masse von Anrufen muss freilich von einem gezielten Betrugsmanöver ausgegangen werden. Zumal über die Servicenummer 0137 keine normalen Telefongespräche möglich sind. Sie dienen unter Namen wie TeleVotingEasy (dtms), T-VoteCall (Telekom) oder 0137InCall (IN-telegence) als reine Servicenummern, mit denen man beispielsweise an Gewinnspielen oder Abstimmungen im Fernsehen teilnehmen kann. Als selbst finanziell Geschädigte wird dialerschutz.de Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten und die Ermittlung des Täters der Kripo überlassen. Wir gehen vom Tatbestand des Betruges aus: “Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft”, heißt es im § 263 des Strafgesetzbuches. Von einem “besonders schweren Fall” des Betruges ist auszugehen, wenn der Täter “einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen”.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ist bereits eingeschaltet.

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