Schriftzug News aus Zeitungen geformt
kanzlei.biz | hochspezialisiert, deutschlandweit tätig

hochspezialisiert auf die Bereiche Internetrecht/IT-Recht, Gewerblicher Rechtsschutz und Medienrecht

kanzlei.biz | IT. IP. Media.

Beschwerde bei der EU-Kommission: Spotify wirft Apple unfairen Wettbewerb vor

18. März 2019
[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]
LoadingMerken 84 mal gelesen
Streaming am Laptop

Der Streaming-Dienst Spotify hat Beschwerde bei der Europäischen Kommission gegen Apple eingelegt. Der Marktführer im Bereich des Musikstreamings wirft Apple unfaire Geschäftspraktiken im App Store von iPhone und iPad vor. Apple habe die Regeln des App Stores in den letzten Jahren so angepasst, dass die Auswahl für Kunden bewusst eingeschränkt und Innovationen behindert würden.

Streitpunkt ist dabei insbesondere die App-Store-Gebühr, die die Entwickler von Apps an Apple zahlen müssen. Wenn Kunden im App-Store ein Abo des Streaming-Dienstes Spotify buchen, so behält Apple dafür eine Provision von 30 Prozent ein. Sofern das Abo weiterläuft, reduziert sich die Provision ab dem zweiten Jahr auf 15 Prozent. Auch in Bezug auf Käufe innerhalb der Apps trifft die App-Anbieter eine Abgabepflicht gegenüber Apple.

Zwar ist diese Praxis auch bei anderen digitalen Stores, wie etwa dem Google Play Store, durchaus üblich. Allerdings erhält Apple bezüglich seines eigenen Musikstreaming-Dienstes Apple Music den gesamten Betrag, den Apple-Kunden für die Buchung eines Streaming-Abos zahlen. Denn Apple nimmt für seinen eigenen Streaming-Dienst die volle Gebühr von 9,99 Euro ein, ohne dafür eine vergleichbare Abgabe zu entrichten.

Unfairer Wettbewerb aufgrund von App-Store-Gebühr

Daraus ergebe sich nach Aussage von Spotify-Gründer Daniel Ek ein Wettbewerbsvorteil für Apple gegenüber anderen Streaming-Anbietern. Spotify sieht sich nämlich gezwungen, den eigenen Dienst im iOS-Store teurer anzubieten als es möglich wäre, wodurch Spotify als Konkurrent zu Apple Music benachteiligt werde. Lange war die Premium-Version von Spotify in App-Stores deshalb für 12,99 Euro statt der sonst üblichen 9,99 Euro verfügbar. Mittlerweile kann man das Premium-Abo von Spotify auf dem iPhone sogar gar nicht mehr abschließen.

Der Videostreaming-Dienst Netflix bietet aufgrund dessen seit Ende vergangenen Jahres ebenfalls keine Möglichkeit für Neukunden mehr an, ein Abo direkt im App Store zu erwerben. Andere Apps wie etwa der Fahrdienst-Vermittler Uber oder der Essenslieferdienst Deliveroo müssen dagegen keine Abgaben für die einzelnen Transaktionen in ihren jeweiligen Apps bezahlen.

Kritik an Zahlungsmethode im App-Store

Abgesehen von den App-Store-Gebühren kritisiert Spotify zusätzlich die strenge Kontrolle Apples über das Zahlungsverfahren im iOS-Store. Spotify werde benachteiligt, weil der Musikdienst nicht das Bezahlsystem des iPhone-Herstellers nutzt. Außerdem habe Apple regelmäßig Updates der Spotify-App unterbunden und Spotify systematisch von firmeneigenen Produkten wie der Assistenzsoftware Siri, dem vernetzten Lautsprecher HomePod und der Computer-Uhr Apple Watch ausgeschlossen. Zudem seien die Möglichkeiten, mit Nutzern zu kommunizieren, eingeschränkt.

Mit dem Gang zur EU-Kommission bezweckt der Spotify-Chef vordergründig drei Dinge: Einerseits sollen in Bezug auf Apples App-Store gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Dienste gelten – inklusive Apple Music. Außerdem müsse der Kunde die freie Wahl darüber haben, welche Zahlungsart er nutzen möchte, ohne dass Apple sein eigenes Payment-System zwingend vorschreibt. Darüber hinaus fordert Spotify die Abschaffung der Kommunikations-Restriktionen, die der iOS-Store zwischen Anbieter und Nutzer schafft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Jetzt zum Newsletter anmelden!

Erlaubnis zum Versand des Newsletters: Ich möchte regelmäßig per E-Mail über aktuelle News und interessante Entwicklungen aus den Tätigkeitsfeldern der Anwaltskanzlei Hild & Kollegen informiert werden. Diese Einwilligung zur Nutzung meiner E-Mail-Adresse kann ich jederzeit für die Zukunft widerrufen, in dem ich z. B. eine E-Mail an newsletter [at] kanzlei.biz sende. Der Newsletter-Versand erfolgt entsprechend unserer Datenschutzerklärung.