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Sicherheitslücke: Mitarbeiter von Google belauschen Privatgespräche

29. Juli 2019
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Frau spricht mit Sprachassistent

Dass auch Google bei Sprachassistenten mithört ist längst kein Geheimnis mehr. Doch dass jeder 500. Sprachbefehl von einem Google-Mitarbeiter ausgewertet wird erscheint schockierend. Laut einem Leak aus Belgien sollen davon angeblich auch viele Telefonanrufe betroffen sein, zum Teil mit sehr privaten Inhalten oder intimen Details.

Sensible Daten sind betroffen

Nachdem Belgischen Reportern eines Nachrichtensenders nach eigenen Angaben mehr als 1000 Aufnahmen zugespielt wurden, die von verschiedenen Google-Assistent-Geräten aufgenommen wurden, wagten diese daraufhin ein Experiment.

Sie hörten so genau hin, sodass sie sogar personenbezogene Daten wie Adressen ohne große Mühen heraushören konnten. Ein Super-GAU. Den Reportern gelang es sogar, einige Urheber der Aufnahmen zu identifizieren und ausfindig zu machen. Die Betroffenen reagierten überrascht.

Qualitätsmanagement

Laut Google sollen die Aufnahmen der Verbesserung der Spracherkennung der Geräte dienen.

Dabei soll es gängige Praxis sein, dass einige Mitarbeiter die Gespräche transkribieren. Laut eigenem Blogeintrag von Google werden etwa 0,2 Prozent aller Aufnahmen auf diese Weise von Google Mitarbeitern ausgewertet, was rechnerisch jeder 500. Aufnahme entspricht.

Kritik an der Vorgehensweise

Zwar sollen sich die Mitarbeiter von Google allein darauf beschränken, herauszufinden „wie“ etwas gesagt wird. Da dies jedoch in der Regel zwangsläufig auch mit einer Wahrnehmung des Inhalts des Gesprächs einhergeht, besteht die Gefahr einer Verletzung der Privatsphäre.

Laut Google soll der Name des Gerätenutzers zum Schutze der Privatssphäre durch eine anonyme Seriennummer ersetzt werden. Allerdings scheint diese Vorgehensweise nicht besonders sicher, wenn es – wie in dem Beispiel der belgischen Radioreportern – möglich ist, die Identität durch genaues Zuhören trotzdem herauszufinden.

Handlungsbedarf in Sachen Sicherheit der Privatsphäre

Experten für Cybersicherheit und Datenschützer kritisieren gerade auch, dass in den Nutzungsbedingungen von Google nicht transparent genug dargestellt wird, was mit den Aufnahmen geschieht.

Erst im April wurde bekannt, dass Amazon Aufnahmen seines Sprachassistenten Alexa auf dieselbe Weise wie Google zur Weiterentwicklung nutzt. In Sachen Schutz der Privatsphäre besteht bei den smarten Lautsprechern noch jede Menge Handlungsbedarf.

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