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Aufgepasst am Kreditkartentelefon: Telekom-Partner berechnet bis zu 40 Dollar pro Minute

02. Oktober 2017
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Person wählt eine Nummer am Kreditkartentelefon

Telefonsäulen gehören zu einer aussterbenden Spezies. Doch die letzten verbliebenen sind mehr als gefährlich. Wer mit Kreditkarte bezahlt, den trifft am Ende des Monats oft der Schlag. Steht an öffentlichen Säulen auch Telekom dran, ist nicht immer Telekom drin! Verantwortlich für exorbitant hohe Gebühren ist ein Telekom-Partner, die BBG Global AG aus der Schweiz. Deren Praktiken sind in den USA schon bekannt und haben nun auch die Bundesnetzagentur auf den Plan gerufen.

Handy verloren, kein Ersatz in Sicht – am besten noch in einer fremden Stadt. Die Telefonsäule mit Kreditkartenschlitz ist der Retter in höchster Not. Wochen später wird jedoch klar: Für den Preis, wäre ein Prepaid-Handy inklusive Guthaben drin gewesen. Die BBG Global AG berechnet bis zu 40 Dollar pro Minute (ca. 34 Euro). Das Unternehmen erklärt die Tarife so, dass diese sich an den Betriebskosten orientierten. Diese wiederum stiegen eben in Zeiten abnehmender Nachfrage. Fraglich ist, ob es an den weltweit 350.000 Telefonen mit BBG-Angebot mit rechten Dingen zugeht. Die Bundesnetzagentur fordert BBG zur Stellungnahme auf.

Denn dass es so teuer wird, war am Gerät auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Zwar werden Tarife wie „39,98 Dollar für die erste Minute“ etwa am Ende eines englischen Sprachmenüs genannt, Verbraucherschützern reicht das jedoch nicht aus: „Verbraucher können erwarten, dass sie Preishinweise in Deutsch und Euro erhalten. Eine Ansage nur in Englisch und Dollar ist nicht zu akzeptieren“, so Vertreter der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Auch die Bundesnetzagentur betont: „Nach dem Telekommunikationsgesetz müssen Anbieter von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten dem Verbraucher in klarer, umfassender und leicht zugänglicher Form Informationen zu den Preisen zur Verfügung stellen.“ Dass es keinen optischen Hinweis auf zwischengeschaltete Vermittler an Telekom-Säulen gibt, begründet BBG damit, dass Schilder durch Vandalismus oder Verschleiß beschädigt wurden und es zudem nicht genug Platz gebe, um detaillierte Angaben zu allen Preisen zu machen. Das Unternehmen selbst sieht keine Versäumnisse und hält seine Praktik für „in Ordnung und transparent.“ Betroffene in den USA waren anderer Meinung und klagten bereits 2012. Aus Verfahrensgründen wurde diese abgewiesen.

Die Telekom zeigt sich überrascht und ist intern um Aufklärung bemüht. Insbesondere, dass Kunden, die den Telekom-Tarif ausgewählt hatten, der BBG-Tarif berechnet wurde, sei nur mit „technischem Fehlverhalten“ zu erklären, so ein Sprecher. Der Dienst sei nun zum Schutz der Kunden bis auf Weiteres gesperrt. Laut Telekom-Konditionen, fallen bei Kreditkarten-Nutzung pauschal ein Euro pro Verbindung, sowie im deutschen Festnetz 50 Cent in der ersten Minute an. Die Schweizer hätten „zugesichert, etwaige fehlerhaft abgerechnete Transaktionen den Kunden gegenüber entsprechend zu bereinigen.“

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