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Cyberkriminalität – gefährlichste Kriminalitätsform im digitalen Zeitalter!

04. Oktober 2019
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Fotolia_180593142: Hacker "fischt" personenbezogene Daten aus einem anderen Computer

Datendiebstahl, digitale Erpressung oder sogar Identitätsdiebstahl - fast jeder zweite deutsche Internetnutzer ist bereits Opfer von sog. Cyberkriminalität geworden. Erschreckend ist, dass die Kriminalitätsentwicklung in diesem Deliktsbereich kontinuierlich steigt. Eine Expertengruppe in Berlin diskutiert derzeit aktuelle Gesetzesvorschläge. Wie kann man die rechtliche Verfolgung von Cyberkriminalität vereinfachen? Wie können Sie Ihre Daten besser schützen?

Warum ist Cyberkriminalität so gefährlich?

Cyberkriminalität umfasst die Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten oder die mittels dieser Informationstechnik begangen werden.
Die Besonderheit der Cyberkriminalität besteht darin, dass die Täter nahezu von jedem Ort der Welt agieren und ihre Spuren relativ gut verschleiern können. Zudem muss der Tatort nicht zwingend mit dem Taterfolgsort identisch sein.

Nicht nur die Zahl der betroffenen Computer und Smartphones steigt, sondern auch die Professionalität der Täter. Einerseits versuchen sie weiterhin mit möglichst geringem Aufwand möglichst viele Computer mit Schadsoftware zu infizieren, um beispielsweise Kontodaten und Passwörter zu stehlen.

Andererseits gibt es jedoch auch immer mehr sehr gut vorbereitete Cyberangriffe auf ausgewählte Ziele, bei denen das Schadenspotenzial für die Betroffenen erheblich größer ist. Hierzu gehören zum Beispiel Angriffe auf Wirtschaftsunternehmen oder Behörden oder kritische Infrastruktureinrichtungen, wie Krankenhäuser.

Aktuelle Lösungsansätze und Gesetzesvorschläge zur Verfolgung von Cyberkriminalität

Am letzten Tag vor der Sommerpause hat der Bundesrat kurzer Hand noch zwei Cybercrime-Gesetze gestoppt. Ein Vorschlag aus Bayern und einer aus NRW zielten auf die schärfere Bekämpfung von Kriminalität im Internet ab, härtere Strafen für Hackerangriffe und neue Befugnisse für die Ermittler sollte es geben. Beide Pläne fanden am vergangenen Freitag keine Mehrheit – und der Widerstand im Bundesrat mag auch zeigen, wie anspruchsvoll die Lösungsfindung für eine bessere Verfolgung von Cyberkriminalität ist.

Dr. Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin und Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte plädiert bei der Einführung von neuen Gesetzen für „punktgenaue Straftatbestände“, um dadurch zu verhindern, dass Fälle miterfasst werden, welche der Gesetzgeber gar nicht erfassen wollte. Außerdem muss bei jeder Neuschaffung eines Straftatbestands die enge Verzahnung von materiellem Recht und Strafprozessrecht beachtet werden. Demnach soll ein bloßer Anfangsverdacht genügen, um eine Kette von Ermittlungen in Gang zu setzen und schließlich etwa per Telekommunikationsüberwachung in Lebensbereiche vorzustoßen, die bislang rechtlich vor Überwachung geschützt waren.

Die Länder Bayern, NRW und Hessen haben darüber hinaus einen weiteren Gesetzesvorschlag in den Bundesrat eingebracht. Dieser soll Betreiber von Handelsplattformen im Internet, über die illegale Waren wie Waffen oder Drogen gehandelt werden, eigenständig bestrafen.

Dr. Christian Rückert, Akademischer Rat an der Universität Erlangen-Nürnberg und spezialisiert auf Internet-Kriminalität kritisiert die Schaffung von immer neuen Straftatbeständen und Befugnissen. Er sieht die Lösung für die strafrechtlichen Bedürfnisse im Digitalen bei den richtigen Ansatzpunkten im echten Leben.

So schützen Sie sich vor Cyberbedrohungen

Obwohl der Gesetzgeber mit Nachdruck versucht, die Verfolgung von Cyberkriminalität zu verbessern haben es wir – als Internetnutzer – in der Hand erst gar nicht Opfer eines Cyberangriffs zu werden. Daher gibt es einiges zu beachten:

Richten Sie sichere Passwörter ein

Sich zahlreiche Passwörter zu merken ist schwierig, aber notwendig! Nutzen Sie für verschiedene Websites nie dasselbe Passwort und ändern Sie Ihre Passwörter in regelmäßigen Abständen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Ihre Passwörter komplex sind.

Installieren Sie stets die neusten Updates für Ihre Software

Dadurch werden mögliche Sicherheitslücken, durch diese sich Cyberkriminelle Zugriff auf Ihr System verschaffen können, überarbeitet. Dies verhindert das Risiko, Opfer eines Cyberangriffs zu werden.

Stärken Sie Ihre Sicherheit im WLAN

Ein starkes Verschlüsselungspasswort sowie die Nutzung eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN) im öffentlichen WLAN sind schon einmal ein guter Anfang. Ein VPN verschlüsselt den gesamten ausgehenden Datenverkehr, der über Ihre Geräte gesendet wird, bis zur Ankunft am Bestimmungsort. Wenn es Cyberkriminellen gelingt, Ihren Verbindungsweg zu hacken, dann fallen ihnen lediglich verschlüsselte Daten in die Hände.

Halten Sie sich über gravierende Datenpannen auf dem Laufenden

Wenn Sie Geschäftsbeziehungen zu Online-Händlern unterhalten oder ein Konto auf einer Website haben, die einer Datenpanne zum Opfer gefallen ist, sollten Sie in Erfahrung bringen, welche Informationen preisgegeben wurden, und umgehend Ihr Passwort ändern.

Da mittlerweile fast jeder das Internet nutzt, geht die Bekämpfung von Cyberkriminalität uns alle etwas an. Die Politik muss eine vernünftige Grundlage für die rechtliche Verfolgung von Straftätern schaffen. Allerdings muss jeder Einzelne es als seine Pflicht betrachten, hierzu auch einen Beitrag zu leisten.

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