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Europäischer Werkzeugkasten zur Entschlüsselung digitaler Kommunikation

14. November 2017
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Tablet, dessen Daten gesichert sind, umringt von verschiedenen Werkzeugen zur Entschlüsselung

Die europäische Union beabsichtigt eine zentrale Plattform zur Entschlüsselung verschlüsselter Daten und digitaler Kommunikation zu bilden. Der schon jetzt in der Cyberkriminalität voranschreitende, in Den Haag ansässige Europol soll hierbei Dreh- und Angelpunkt zur Errichtung eines vernetzten Systems innerhalb der EU werden. Verschiedene Ansätze zu den Möglichkeiten der Decodierung und welche Schwierigkeiten hierbei auftreten können, veröffentlichte nun die Europäische Kommission, sowie der Rat der Europäischen Union in einem Dokument. Daraus geht hervor, dass Backdoors und Schlüsselhinterlegungen kein Mittel zur Entschlüsselung der Daten sein werden.

Es ist offensichtlich, dass im Zuge der Digitalisierung auch die Kommunikation immer mehr den Weg über digitale Medien findet. Dies hat enorme Schwierigkeiten in der Strafverfolgung zur Folge. Die zuständigen Ermittler stellt das oftmals vor eine große Herausforderung, sei es auf nationaler oder internationaler Ebene.

Vor Kurzem wurden Dokumente seitens der Europäischen Union und des Ministerrats veröffentlicht, in denen vor allem bezüglich der Entschlüsselung Stellung genommen wird. Demnach soll Europol eine wichtige Rolle spielen. Die Strafverfolgungsbehörde der europäischen Union bietet schon heute eine Entschlüsselungsplattform an, die von den einzelnen EU-Staaten genutzt werden kann. Rund um Europol soll eine Art Werkzeugkasten entwickelt werden. Hierzu sicherte die EU Europol zu, 86 neue Mitarbeiter beschäftigen zu wollen. Dadurch soll vor allem die Einheit EC3, die für die Bekämpfung der Cyberkriminalität zuständig ist, gestärkt werden.

Angedacht ist die Etablierung eines Netzwerks von Kompetenzzentren, die nationale Einheiten unterstützen sollen. Zur Koordinierung wäre Europol berufen. Die durch das Netzwerk und die EC3 – Abteilung zur Verfügung gestellten alternativen Ermittlungstechniken, die auf dem neuesten Stand sein werden, können so international zum Zuge kommen. Bisher gelangen etwaige Entschlüsselungen mit der Brute-Force-Methode oder mit Wörterbuchangriffen. Sind Täter jedoch technisch fortgeschritten und bedienen sich längerer Passwörter oder verschiedenen Algorithmen ist es zunehmend schwierig zum Erfolg zu gelangen.

Deutschland schlug vor sog. „Trojaner“ einzusetzen, um die Kommunikation bereits vor der Verschlüsselung prüfen zu können. Frankreich schlug vor sog. „Hintertüren“ in die Verschlüsselungssoftware zu implementieren.

Allerdings ist klarzustellen, dass Verschlüsselungen weiterhin rechtlich zulässig bleibt. Auch werden sie nicht eingeschränkt oder abgeschwächt. Zudem sieht die EU bisher nicht vor, Schlüsselhinterlegungen oder sog. „Hintertüren“ zu verwenden, durch die es ermöglicht wird, unter Umgehung der normalen Zugriffssicherung Zugang zum Computer zu erlangen.

Der von der EU präferierte Ansatz zur verbesserten Entschlüsselung wird vor allem darin gesehen, mit den Geräteherstellern enger zusammenzuarbeiten, um zu einem besseren Verständnis der bestehenden und sich entwickelnden Herausforderungen auf den verschiedenen Seiten zu gelangen. Dabei scheint es aber bereits fraglich, inwieweit die wirtschaftlichen Interessen dieser Privatunternehmen entgegenstehen.

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