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Bundesnetzagentur überprüft Vodafone Pass

13. November 2017
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weißes Tablet mit schwarzem Unendlichzeichen

Der Vodafone-Pass ist da. Genauer die Pässe. Und zwar deren vier: Chat, Music, Social und Video. Vodafone-Kunden mit den Verträgen „Red“ und „Young“ können sich diese teils kostenpflichtig dazu buchen - und sollen am Ende damit sparen. In jedem der Pässe sind bestimmte Online-Dienste enthalten, deren Nutzung dann das im Vertrag inbegriffene Datenvolumen nicht anrührt. Die Bundesnetzagentur sieht die Netzneutralität bedroht und untersucht das Angebot derzeit auf mögliche Verstöße. Der Mobilfunkanbieter sieht dem gelassen entgegen.

Vodafone zieht mit der Telekom gleich und bietet seinen Kunden die Möglichkeit, gewisse Anbieter wie Netflix, Spotify, Twitter oder Deezer zu nutzen, ohne das eigentliche Datenvolumen zu belasten. Serien-Junkies können so etwa mit dem Video-Pass für 10 € pro Monat unter anderem Amazon Prime Video, Netflix und Sky Go unterwegs nutzen, ohne Sorge zu haben, ihr Datenvolumen aufzubrauchen. Einzige Voraussetzung ist, dass der Kunde noch über Highspeed-Volumen verfügt. Denn wenn gedrosselt wird, dann alles. Dabei handle es sich um eine regulatorisch vorgegebene Einschränkung: „Nur so verhalten wir uns konform mit der Netzneutralität. Mit dieser Reglung ist gewährleistet, dass zu keinem Zeitpunkt die in den Pässen eingebundenen Apps anderen nicht inkludierten Apps leistungsbedingt bevorzugt werden“, so Vodafone-Pressesprecher Thorsten Höpken.

Die Bundesnetzagentur prüft nun, ob die angesprochene Netzneutralität tatsächlich gefährdet ist. Nach dieser sollen sich Provider neutral verhalten und jedwede Daten, sei es beim Streamen einer Serie oder beim Versenden einer Email, gleich schnell und in gleicher Qualität transportieren. Bei  sogenannten „Zero-Rating“-Angeboten wie Vodafone Pass oder StreamOn würden jedoch einige Dienste bevorzugt behandelt und andere, insbesondere kleine Dienste, links liegen gelassen, so Kritiker. Vodafone ist der Ansicht, man benachteilige oder diskriminiere keine Angebote, weil jeder einen Antrag stellen und Partner werden könne, wenn seine Inhalte legal sind und in eine der vier Gruppen passen. So in der Theorie. Doch in der Praxis sieht es ganz anders aus. Selbst das amerikanische Video-Portal Vimeo etwa lehnt nach eigener Aussage wegen des technischen Aufwands, der Teilnahmebedingungen und nicht zuletzt der Kosten eine Teilnahme an „Zero-Rating“-Angebots ab. Florian Glatzner von der Verbraucherzentrale fordert: „Die zukünftige Bundesregierung muss sich daher auf EU-Ebene einsetzen, um die Neutralität im Netz wiederherzustellen.“ Das Verfahren der Bundesnetzagentur soll in Kürze abgeschlossen sein.

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