DSGVO Bußgeld für den VfB Stuttgart

24. März 2021
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Tribüne von Fußballstadion mit roten Sitzen

Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württembergs, Stefan Brink, hat ein Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro gegen den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart verhängt. Der VfB Stuttgart hat diese Strafe akzeptiert und auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet.

Hintergrund der Ermittlungen des Datenschutzbeauftragten waren mehrere Vorgänge beim VfB Stuttgart e.V. aus den Jahren 2016 bis 2018. Im medialen Fokus standen dabei vor allem Vorfälle im Vorfeld einer Mitgliederversammlung des Vereins im Jahre 2017. Bei dieser Versammlung sollte darüber abgestimmt werden, die Profifußballabteilung in eine Aktiengesellschaft, die seitdem bestehende VfB Stuttgart 1893 AG, auszugliedern. Im Vorfeld dieser Abstimmung hatten leitende Mitarbeiter des Vereins wiederholt personenbezogene Daten, wie Festnetz- und Handynummern sowie E-Mail-Adressen, an Dritte verschickt. Dies geschah wohl unter anderem zu dem Zweck, die Ausgliederung der Profiabteilung voranzutreiben. Der konkrete, im Bußgeldbescheid gerügte Verstoß war allerdings die fahrlässige Verletzung der datenschutzrechtlichen Rechenschaftspflicht gemäß Art. 5 Abs. 2 DSGVO. Sanktioniert wurde unter anderem, dass eine E-Mail zu untersuchten Vorgängen nicht mehr auffindbar war.

„Spürbares Bußgeld“

Hatte Stefan Brink zu Beginn des Bußgeldverfahrens noch darauf hingewiesen, dass die DSGVO in solchen Verfahren ein Bußgeld vorsehe, das bis zu 20 Millionen Euro betragen könne, scheint es als sei der VfB Stuttgart noch einmal glimpflich davongekommen. Brink, der von einem „spürbaren Bußgeld“ sprach, begründete dies vor allem mit der hohen Kooperationsbereitschaft des Vereins. Die Verantwortlichen hätten die Aufklärungs- und Ermittlungsmaßnahmen des Landesbeauftragten unterstützt und durch eigene Initiative gefördert, so Brink. Wirke der Verantwortliche bei der Aufklärung mit und zeige er ein vernünftiges Nachtatverhalten, würden die Bußgelder selbst bei gravierenden Verstößen glimpflich bleiben, erklärte der Datenschutzbeauftragte weiter. Neben der Verhängung des Bußgeldes hat sich der VfB Stuttgart dazu verpflichtet, eine Umstrukturierung und Verbesserung des Datenschutzmanagements in Abstimmung mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit vorzunehmen. Außerdem will der Verein Maßnahmen ergreifen, um künftig junge Menschen für Datenschutzanliegen zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck werde es entsprechende Schulungen für die Nachwuchsmannschaften des Vereins geben. Auch möchte man das Projekt „Datenschutz geht zur Schule“ auf vielfältige Weise unterstützen, so der Verein.

Verein bittet bei Mitgliedern und Fans um Entschuldigung

Die Verantwortlichen beim VfB Stuttgart haben sich zu ihrer datenschutzrechtlichen Verantwortung bekannt und haben die Mitglieder und Fans um Entschuldigung gebeten. Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG, erklärte, dass der Verein in der Vergangenheit sowohl den rechtlichen als auch den eigenen Ansprüchen im Umgang mit personenbezogenen Daten nicht gerecht geworden sei. Nun gelte es, solche Vorfälle in Zukunft auszuschließen und verloren gegangenes Vertrauen wiederzuerlangen. Auch Claus Vogt, Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V. und Aufsichtsratsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG, sagte, dass man aus den Verstößen in der Vergangenheit nun die nötigen Schlüsse gezogen habe.

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