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App-zocke: Kostenlose Handyspiele oft richtig teuer

25. Juli 2017
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Hinter Gratis-Apps verbergen sich häufig unentdeckte Kostenfallen. Gerade in für Kinder gedachten Spielen wimmelt es nur so von sogenannten In-App-Käufen. Ein falscher Klick und es kann richtig teuer werden. Stiftung Warentest hat 50 solcher Anwendungen auf Herz und Nieren geprüft - und kommt nicht nur im Bereich Jugendschutz zu einem alarmierenden Fazit. Auch der Datenschutz bleibt gerne auf der Strecke und Eltern sind entsprechend in der Pflicht. Die zuständige Projektleiterin bestätigt: „Was wir gefunden haben, ernüchtert.“

Gerade einmal vier von 50 getesteten Spielen befand Stiftung Warentest im Bereich Datenschutz und Nutzungsbedingungen als akzeptabel. Zwei der übrigen Apps versenden persönliche Daten gänzlich unverschlüsselt, die meisten erheben weit mehr Daten, als für den Betrieb des Spiels nötig. Dazu gehört etwa der Mobilfunkanbieter oder die Nummer des mobilen Endgeräts. Mehr als die Hälfte der Apps ermöglicht mit geringem Aufwand die Identifikation des Spielers, weil sie gleich an mehrere Werbenetzwerke senden.

Ähnlich bedenklich gestaltet sich die Situation im Bereich des Jugendschutzes: Fast 40% der Programme bieten eingebaute Chatfunktionen an, die Cybermobbing oder unerwünschte Nachrichten von Erwachsenen an Kinder zur Folge haben können. Im Falle des beliebten „Pokémon GO“ besteht sogar die Gefahr, dass Kinder mit Fremden in der „realen Welt“ in Kontakt kommen. Laut Testergebnis schützt nur eine einzige App Kinder und Jugendliche angemessen. In jedem Fall empfiehlt sich das Einrichten einer Kindersicherung auf dem jeweiligen Mobilgerät.

Gerade die ganz jungen Spieler betrifft auch das nächste große Problem: Kostenfallen in Form sogenannter In-App-Käufe. Die Spiele sind meist so programmiert, dass zu Beginn mit relativ geringem Zeitaufwand ganz erheblicher Fortschritt erzielt wird. Doch irgendwann ist damit Schluss. Längere Wartezeiten, quälend langsames Vorankommen – oder eben zahlen. Die Apps bewerben zum Teil penetrant die spieleigene Währung, für die glüht jedoch die Kreditkarte. Bis zu 99,99 € verlangen die Entwickler für die Coins oder Diamanten, mit denen alles so viel leichter ist. Alles nur einen Klick entfernt. Vor allem Kindern fehlt dabei allerdings oftmals das Bewusstsein, dass auch beim bargeldlosen Zahlverkehr echtes Geld im Spiel ist.

Eltern sind in der Verantwortung – auch im eigenen Interesse. Denn einmal gezahltes Geld ist in den allermeisten Fällen dauerhaft weg. Daher ist dringend anzuraten, die Einstellungen so vorzunehmen, dass vor jedem Kauf ein Passwort oder der Fingerabdruck eines Elternteils benötigt wird. Außerdem gibt es die Option einer Guthabenkarte für Apple und Google, um die Kosten auf den eingezahlten Betrag zu beschränken. Im Bereich Jugendschutz rät Stiftung Warentest vor allem dazu, dass sich Eltern mehr mit den Smartphone-Aktivitäten ihrer Kids beschäftigen, um zu wissen, wie die Apps funktionieren und um welche Spiele es sich handelt. Differenzierte Bewertungen liefert das Deutsche Jugendinstitut mit seiner Datenbank „Apps für Kinder“.

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